Earth Overshoot Day
Wir konsumieren mehr, als unsere Erde produzieren kann (Foto:colourbox)
Die Welt ist nicht genug
Ab dem 25. September leben wir über unsere Verhältnisse. Denn ab diesem Zeitpunkt verbrauchen
wir mehr Ressourcen, als unsere Erde in einem Jahr produzieren kann.
Von FOCUS-Online-Autorin Stefanie Reiffert
Wir konsumieren mehr, als unsere Erde produzieren kann Eine Erde allein reicht nicht aus, um
die Bedürfnisse der Menschheit zu stillen: Würden alle Menschen so leben wie die Deutschen, würden
sie doppelt so viele natürliche Ressourcen im Jahr verbrauchen, als die Erde wieder nachproduzieren
könnte. Das hat die gemeinnützige Organisation „Global Footprint Network“ errechnet. Würden alle
Menschen so leben wie die US-Bürger, verbrauchten sie im Jahr sogar fünfmal so viel. Die Inder
dagegen konsumieren weniger als die Hälfte dessen, was die Erde bereitstellen kann. Im Durchschnitt
liegt der Verbauch der Menschheit bei der Kapazität von 1,4 Erden im Jahr 2009.
Den Tag, ab dem wir über unsere Verhältnisse leben, hat „Global Footprint Network“ als Earth
Overshoot Day, übersetzt der Welt-Überschreitungs-Tag, ausgerufen. „Das ist eine einfache Frage von
Einkommen gegen Ausgaben“ erklärt der Präsident von „Global Footprint Network“, Mathis Wackernagel.
Die Menschheit lebt sozusagen auf Kredit, beutet die Ressourcen so aus, dass sich die Bestände
nicht mehr erholen können – und sich Treibhausgase in der Atmosphäre anreichern. Die Folgen:
Verlust der Biodiversität, Bodenerosion, schrumpfende Wälder und Fischbestände. Nicht zu vergessen
natürlich der Klimawandel.
Wie der Earth Overshoot Day berechnet wird
Um den Earth Overshoot Day zu bestimmen, berechnet die gemeinnützige Organisation die Erträge
der produktiven Landflächen wie Felder, Wälder oder Wiesen sowie die wirtschaftlich genutzten
Meeresflächen. Dazu kommt die Fähigkeit der Ökosysteme, Kohlendioxid zu absorbieren. Das zusammen
ergibt die Biokapazität der Erde. Dem steht unser ökologischer Fußabdruck entgegen, der sich aus
dem Konsum und der Freisetzung von Kohlendioxid als Abfallprodukt zusammensetzt. Der Tag, an dem
der ökologische Fußabdruck größer als die Biokapazität ist, fällt in diesem Jahr auf den 25.
September.
Die Projektionen basieren auf 2005 erhobenen Daten. Da die Daten von den verschiedenen
Ländern gemeldet und später noch überarbeitet werden, sind dies die besten Zahlen, die zur
Verfügung stehen. „Pro Land rechnen wir über 5000 Datenpunkte mit ein“, erklärt Martin Kärcher vom
Schweizer Büro der Organisation. Die Daten stammen aus Veröffentlichungen der Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der Internationalen Energieagentur, der
Statistik-Abteilung der Vereinten Nationen und dem Weltklimarat.
Obwohl die Zahlen aus dem Jahr 2005 stammen, ist in die aktuelle Projektion auch die
Wirtschaftskrise eingeflossen. Die Folge: Der Earth Overshoot Day findet in diesem Jahr einen Tag
später statt als 2008. Das ist allerdings eine Ausnahme und entspricht nicht dem allgemeinen Trend:
Berechnungen der Vereinten Nationen ergaben, dass die Menschheit Anfang der 2030er-Jahre die
Biokapazität von zwei Erden verbrauchen wird, sollte der Konsum weiter wie bisher ansteigen. 1961
verbrauchte die Menschheit gerade einmal die Hälfte der Biokapazität des Planeten.
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